Duisburg pflegt als Stahlstandort eine lange Städtepartnerschaft mit der chinesichen Stahlstadt Wuhan. In der Stadt mit mehr als 10 Millionen Einwohner liegt die Yucai Primary School. Für deutsche Verhältnisse kaum vorstellbar sind die Größenordnungen der Schule. Etwa 3500 Schülerinnen und Schüler im Altern von 6 bis 12 Jahren werden von gut 200 Lehrerinnen und Lehrer unterrichtet. Die Schule nutzt insgesamt 760 Räume. 

Der Unterricht dauert täglich von 8 bis 17 Uhr. In eienr Klasse sind etwa 50 Schülerinnen und Schüler. Schon sehr früh müssen sich die Kinder an viele Lehrerinnen und Lehrer gewöhnen. Von Anfang an steht der Fachunterricht im Vordergrund. Eine Klassenlehrerin oder ein Klassenlehrer haben nicht so viel Unterricht wie an einer deutschen Grundschule.

Die Schule ist sehr gut ausgestattet. Schulgebäude und Schulhöfe bilden eine richtige kleine Stadt, die eher an eine deutsche Universität als eine deutsche Grundschule erinnert.

Jeden Montag treten alle Kinder auf dem Sportplatz der Schule mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zum Fahnenappell an. Es wird die chinesische Fahne gehisst und die Nationalhymne gesungen. Die Kinder tragen alle eine grün-rote Uniform mit einem roten geknoteten Halstuch.

Im November 2016 besuchten 25 Schülerinnen und Schüler und 5 Lehrerinnen und Lehrer der Whyucai Primary school an zwei Tagen unseren Unterricht. Sie nahmen sogar am Martinszug teil und bastelten dafür Laternen.

Unsere Vierklässler kamen in den Genuss einer chinesichen Kalligraphie-Unterrichtsstunde mit den aus Wuhan mitgebrachten Materialien: Papier, Schreibpinsel, Tinte und Steintöpfchen.

Im Oktober 2017 besuchten uns 33 Kinder und 6 Lehrerinnen. Die Kinder nahmen entweder am normalen Unterricht in den 2. bis 4.Klassen teil oder sie erhielten gemeinsam mit deutschen Kinder einen Unterricht, der extra darauf angelegt war, dass man auch ohne Wort auskommt. Einige Kinder sprachen aber wie größere aus unseren Klassen etwas Englisch.

Zwei Tage im Mai 2019 besuchten uns 29 Schülerinnen und Schüler sowie drei Lehrerinnen unserer chinesischen Partnerschule. Vor allem der Mathematikunterrricht interessierte die Lehrerinnen. Wie in den Jahren zuvor bedankten sich unsere Gäste mit einer beeindruckenden Vorführung vor allen 13 Klassen in der Turnhalle.

Eigentlich hatten wir auch in diesem Frühjahr wieder einen Besuch von Grundschulkindern unserer chinesischen Partnerschule in Wuhan geplant. Ausgerechnet in Duisburgs Partnerstadt brach Ende 2019 der gefährliche Covid 19-Virus aus. Bevor sich die Krankheit zur Pandemie entwickelte, kam das öffentliche Leben in Wuhan wegen der vielen Infektionen zwischen Januar und März völlig zum Stillstand. Von den fast 5000 Menschen, die in China an einer Coronainfektion starben, stammten die meisten aus Wuhan und der umgebenden Provinz Hubei.

Das Mädchen, das im Mai 2019 in unserer Turnhalle mit dem chinesischen Volkslied Yin Shang Hong unsere Schulkinder und Lehrerinnen und Lehrer beeindruckte, hat einen Breif an unsere Kinder geschrieben. Sie berichtet, wie es ihr in den letzten Monaten mit Corona ergangen ist. Das kennen unsere Kinder und wir Erwachsene in Deutschland nun auch. Wie ernst wir die Pandemie nehmen müssen, hat das chinesische Mädchen am eigenen Leib erfahren. Ihre Großmutter, die Menschen in Wuhan als Ärztin geholfen hat, ist am Virus gestorben. Ihre Mutter arbeitet und hilft als Krankenschwester - so wie manche Mutter unserer Schule im Krankenhaus oder bei der Pflege älterer Menschen, helfen.

Wir werden uns zum Schuljahresende bei den Kindern und Lehrern der Wuhan Yucai Primary School bedanken. Vielleicht gelingt es uns ja über die Grenzen hinweg über das Internet oder per mail einen Kontakt von Kindern zu Kindern herzustellen. Dazu müssen wir nicht unbedingt dieselbe Sprachen sprechen. Wir können auch mit Bildern und Gesichtern zeigen, wie wir gegenseitig mitfühlen.

Hier der Brief des Grundschulmädchens aus Wuhan, dass 2019 im Mai für uns gesungen hat: