Von ihrem Verständnis her ist die Grundschule als Schule für alle Kinder gegründet worden. Kinder unterscheiden sich - heute mehr denn je. Sie haben verschiedene Muttersprachen, bringen sehr unterschiedliche Erfahrungen mit, kommen aus ärmeren oder wohlhabenderen Verhältnissen, sind gesund oder krank, sportlich fit oder schwerfällig, begreifen schnell oder langsam, manche von ihnen bringen eine Behinderung mit.
Alle bringen den Wunsch mit, zu lernen und groß zu werden. Noch gelingt es in Deutschland nicht hinreichend diese Unterschiede zu respektieren und auf sie einzugehen. Heterogenität wird als Störung empfunden, die große Schere zwischen den leistungsstarken und -schwächeren Kindern als eine Belastung.
Während die Grundschule als Schulform mit diesen Unterschieden sehr viel selbstverständlicher umgeht, wird spätestens in der Sekundarstufe deutlich, dass versucht wird, die Kinder in verschiebene Schubladen zu stecken.
Mit der Ratifizierung der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderten durch die Bundesrepublik Deutschland hat sich unser Land verpflichtet, Schritte auf dem Weg zu einer größeren Teilhabe von behinderten Menschen an Bildung. Für Kinder mit Behinderungen sollte es auf Dauer keine Automatismen geben, die von vornherein individuelle Lösungen ausschließen.
Nicht immer wird es auf Dauer möglich sein, auf jede Individualität einzugehen. Dass sich Schulen aber bemühen, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und nicht umgekehrt, sollte selbstverständlicher werden.
Ausführlichere Informationen erhalten Sie zum Beispiel beim Grundschulverband e.V. (
www.grundschulverband.de )
Oft erweist sich trotz aller Fördermaßnahmen, dass Kinder aber auch die Lehrkräfte und die Grunschule selbst an ihre Grenzen stoßen. Dann wechseln Kinder nach einer längeren, gründlichen Überprüfung zu einer Förderschule. Umgekehrt beginnen Kinder an Förderschulen und es zeigt sich, dass sie vielleicht an der Regelschule durchaus erfolgreich lernen könnten.
Schulen müssen viel voneinander wissen, um Eltern besser beraten zu können, um sich gegenseitig zu unterstützen und Hilfe anzubieten und anzunehmen.
Aus diesem Grunde kooperieren wir in diesem Schuljahr in einem kleinen Netzwerk mit der Förderschule für Lernbehinderte an der Dittfeldstraße in Walsum-Fahrn und mit der Förderschule für emotionale Entwicklung (Alfred-Adler-Schule) in Vierlinden. Zum Netzwerk gehören auch die benachbarten Kindergärten an der Josefstraße und das Familienzentrum Kinderburg im Bremmenkamp. Zusätzlich wird die Gruppe auch vom sozialen Dienst des Jugendamtes unterstützt.
Seit zwei Jahren nehmen wir vermehrt Kinder mit einem sonderpädagogischem Förderbedarf auf. Hierfür erhalten wir Unterstützung durch eine zusätzlich eingestellte Grundschullehrerin. Frau Bechheim qualifiziert sich neben der Arbeit an unserer Schule für den Bereich des Gemeinsamen Unterrichtes von behinderten und nicht behinderten Kindern. Nicht immer wird es gelingen unter den konkreten Bedingungen jedem Kind - auch einem behinderten Kind - gerecht zu werden. Immer sollte die Frage "Was braucht ein Kind für eine gute persönlihce Entwicklung?" im Vordergrund stehen. Die individuelle Förderung kann bei behinderten Kindern an verschiedenen Förderorten richtig sein: an einer Regelschule im gemeinsamen Unterricht oder an einer Förderschule.
An unserer Schule arbeiten neben den Lehrkräften und den Betreuerinnen und Pädagogen im offenen Ganztag auch eine Erzieherin, eine sozialpädagogische Fachkraft für Kinder in der Schuleingangsphase und ein Schulsozialarbeiter.
Aus den folgenden Übersichten wird deutlich, wie wir uns bemühen, den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und jede Fachkraft einen eigenen Verantwortungsbereich hat.
In Großbritannien wurde in 2003 ein Katalog von Fragen entwickelt mit denen Schulen ihre eigene Entwicklung systematisch begleiten können. Was gelingt gut, was weniger, wo wollen wir Schwerpunkte setzen, was sind die nächsten Schritte?
Dieser Index für Inklusion wurde von einem Team unter der Leitung von Prof. Dr. Hinz (Universität Halle an der Saale) ins Deutsche übertragen und berücksicht den Grundgedanken einer inklusiven Schule, die davon ausgeht Schule für alle Kinder zu sein, egal welche Voraussetzungen sie mitbringen.
Aus der Fülle der Anregungen sollen sich Schulen überlegen, welche für die eigene Entwicklung auf dem Weg zu einer Schule der Vielfalt besonders bedeutsam sind.
Unsere Schwerpunkte werden deutlich, wenn man die folgenden Fragestellungen aus dem Index für Inklusion und die an unserer Schule aktuelle Vorhaben miteinander vergleicht.

