Teamgeist - Programm für soziales und emotionales Lernen

Warum Sozialkompetenz in der Schule?

 Die Vermittlung sozialer Kompetenzen wird immer wichtiger, weil die Familien kleiner werden und weil viele Kinder weniger soziale Kontakte haben. Die Kinder verbringen viele tausend Stunden gemeinsam mit Gleichaltrigen in der Schule. Damit ist Schule neben der Familie der ideale Erfahrungsort und Trainingsraum für die sozialen Kompetenzen. Im letzten Jahrzehnt hat zudem die Zahl der Beziehungsstörungen zwischen Kindern und ihren Eltern stark zugenommen. Der bekannte Kinderpsychiater Michael Winterhoff beschreibt in seinen Bücher diese Störungen: Viele Menschen sind rastlos geworden. Sie handeln nicht mehr ruhig und zielgerichtet und finden keine Weg aus einem sich schnell drehenden Hamsterrad. Ursache sind die allgegenwärtige Überschüttung mit Negativnachrichten, die technische Entwicklung, die kaum noch Ruheräume übrig lässt und die zudem unsicheren Zukunftsaussichten von Erwachsenen. Gehetzte Menschen sind aber für die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern, die Halt und Haltung bei Erwachsenen suchen, nicht förderlich. Auch deshalb kommt der Schule als ein Ort, wo Kinder ruhiges, zielgerichtetes Handeln, Halt und Haltung erleben sollten, besondere Bedeutung zu. Regeln und Rituale, vor allem aber Lehrerinnen und Lehrer, die sich für Kinder interessieren, sie anleiten, führen und begleiten, sind nötiger denn je.

Was spricht für die TEAMGEISTER? TEAMGEISTER stärkt die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Lebenskompetenzen (life skills). Das Programm TEAMGEISTER ist aus den Niederlanden importiert und dort unter dem Namen "Leefstijl" in rund 700 Grundschulen verbreitet. Erzieherisches Handeln in der Schule erfordert ein professionelles Konzept: TEAMGEISTER. Für eine nachhaltige Vermittlung sozialer Kompetenzen ist es hilfreich, wenn die Lehrerinnen und Lehrer nach einem gemeinsamen Konzept arbeiten. Eine gemeinsame Basis erleichtert gegenseitige Beratung und Unterstützung. Im Herbst 2011 haben wir im Anschluss an eine ganztägige Fortbildung mit der gesamten Schulgemeinde den Beschluss gefasst, das Teamgeistprogramm mit den dafür notwendigen Materialien einzuführen. Einbezogen sind hierbei auch die Betreuungskräfte im offenen Ganztag und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unseres Kooperationspartners Akki e.V.

Drei Jahre nach Einführung des Teamgeisterprogramms an unserer Schule haben wir mit dem Autor des Programms eine Lehrerfortbildung zur Verteiefung durchgeführt. Es ging ganz praktisch um Spiele und Aktivitäten, die wir mit Kindern durchführen können. Ziel ist es immer, Kinder zu aktivieren, gemeinsame Erfahrungen mit anderen Kindern machen zu lassen und später darüber zu sprechen. Vor allem geht es aber darum, Freude am gemeinsamen Tun zu haben, nicht immer (auch das ist eine wichtige Erfahrung), aber doch überwiegend. Dass auch das pädagogische Team bei der Teamgeistfortbildung Freude hatte und kreativ war, ist die Basis, um Kinder zu begeistern.

Voraussetzungen für einen langfristigen Erfolg sind: · Blick auf das Gelingende: Förderung der Stärken · Positives Verhalten trainieren statt negatives sanktionieren · Langfristig denken und handeln · Möglichst früh mit der Förderung beginnen · Wo es möglich ist, die Eltern einbeziehen · Sozialkompetenz als Gemeinschaftsaufgabe definieren · Lehrerinnen und Lehrer mit der Arbeit vertraut machen