Vereinbarungen für ein respektvolles Miteinander von Eltern, Pädagogen und Kindern

In vielen Gesprächen haben wir in den Jahren 2004 und 2005 mit Kindern, Eltern und Lehrern darüber gesprochen, was uns beim Lernen und bei der Erziehung wichtig ist, wie wir miteinander respektvoll umgehen. Groß wie klein!

Bei manchen Dingen gibt es sehr unterschiedliche Ansichten von Erziehung. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Einstellungen, die uns verbinden. Kinder haben ein Recht als gleichwürdige Persönlichkeit in der Schule Ernst genommen zu werden. Sie haben ein Recht, dass man sie respektiert und zugleich die Pflicht, sich an wichtige Regeln des gemeinschaftlichen Miteinanders zu halten.

Dieses Gemeinsame haben wir in Vereinbarungen für ein respektvolles Miteinander zusammengefasst und am Tag der Erziehung als gegenseitiges Versprechen unterschrieben.

Diesen Tag der Erziehung gibt es jedes Jahr für die neu hinzugekommenen Kinder und Eltern zu Beginn des 2.Schuljahres. Partnerklassen, die sich in der Schue schon auskennen, helfen dabei und setzen sich dabei selber wieder mit dem Thema auseinander.

Vereinbarungen müssen gelebt werden, von Zeit zu Zeit überprüft und verändert werden. Natürlich muss auch überlegt und gehandelt werden, wenn Versprechungen, egal von welcher Seite (Eltern, Lehrer oder Kinder), nicht gehalten werden.

Im Sommer 2011 haben wir als Abschluss eines einjährigen Projektes die Vereinbarungen überarbeitet.

 

Einen besonderen Schwerpunkt haben wir darauf gelegt, jegliche Form von Gewalt zu ächten und nicht zu dulden.

Den Schwerpunkt legen wir auf die Vorbeugung. De Schulgemeinde hat beschlossen, Teamgeister - ein Programm für das soziale und emotionale Lernen - in allen Klassen, einzusetzen. Einmal wöchentlich soll der respektvolle und achtsame Umgang miteinander Thema im Unterricht sein, in Form von Spielen, Liedern, Übungen und Gesprächen.

Zudem bieten wir regelmäßig für Kinder der 3. und 4.Schuljahre eine Arbeitsgemeinschaft an, die täglich 20 Minuten Kinder in einem etwa sechswöchigen Kurs als Halt-zu-Gewalt-Kinder ausbildet. Die Kinder unterstützen die Ausicht führenden Lehrerinnen beim Trösten, Streit schlichten und durch ein Hinsehen statt Wegsehen bei Prügeleien oder Hänseleien.

 

Bei allen Bemühigungen wird es immer wieder auch dazu kommen, dass Kinder Grenzen überschreiten und Gewalt ausüben. Hier schreiten wir ein: durch Gespräche, durch einen Dreiklang aus Entschuldigung, Strafe und Wiedergutmachung bis hin zu Schulordnungsmaßnahmen bei schwerwiegenden oder ständigen Grenzüberschreitungen.

Wir Eltern bemühen uns allen Menschen mit Höflichkeit und Respekt zu begegnen. Dies möchten wir auch unseren Kindern vermitteln.

 Wir Kinder bemühen uns andere, respektvoll zu behandeln.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer bemühen uns, den Menschen in unserer Schule mit Höflichkeit und Respekt zu begegnen und das auch den Kindern zu vermitteln.

 

 

Wir Eltern achten darauf unsere Kinder ausgeschlafen, mit angemessener Kleidung und gesundem Frühstück zur Schule zu schicken.

 Wir Kinder achten auch in der Frühstückspause darauf uns an die vereinbarten Regeln zu halten.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer achten darauf Kindern ausreichend Zeit und Ruhe zum Frühstück zu geben.
Wir erinnern die Kinder daran, in der Pause an ihre Jacken zu denken.

 

 

Wir Eltern nehmen bei Problemen Kontakt zur Lehrerin oder zum Lehrer auf und bemühen uns im Gespräch sachlich zu bleiben.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer nehmen bei Problemen Kontakt zu den Eltern auf.
Wir haben immer ein offenes Ohr für die Probleme der Kinder und bemühen uns vertrauensvolle Gespräche so zu führen, dass niemand traurig wird.
Wir bemühen uns mit Konflikten sachlich und ruhig gegenüber Kindern und Eltern umzugehen. Konstruktive Kritik nehmen wir an.

 

 

Wir Eltern achten darauf unsere Kinder pünktlich zur Schule zu schicken.
Wir verpflichten uns unsere Kinder bei Krankheit zu Hause zu halten und sofort in der Schule zu entschuldigen.

 Wir Kinder bemühen uns auf dem Schulweg und beim Aufstellen nicht zu trödeln, weil wir denken, dass es jeder schaffen kann.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer fragen nach einer Erklärung, wenn ein Kind zu spät in den Unterricht kommt.
Wir akzeptieren eine Entschuldigung und bemühen uns, nicht zu schimpfen.
Wenn wir die Kinder nicht pünklich in die Schule holen, erklären und entschuldigen wir dies.

 

 

Wir Eltern vereinbaren Regeln mit unseren Kindern und bemühen uns um konsequente Einhaltung (z.B. Benehmen bei Tisch, Höflichkeit, Respekt vor fremden Eigentum).
So fällt es unseren Kindern leichter auch in der Schule Regeln zu akzeptieren und einzuhalten.

 Wir Kinder bemühen uns im Unterricht, in der Pause und auf dem Schulweg alle Klassen- und Schulregeln einzuhalten.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer loben Kinder, wenn sie sich an Regeln halten. Wir erklären den Kindern Konsequenzen für das Einhalten oder Nichteinhalten von Regeln.

 

 

Wir Eltern bemühen uns die Schule zu informieren, wenn Probleme bei den Hausaufgaben auftreten. Außerdem bieten wir angemessene Unterstützung (Kontrolle oder Hilfe) an.
Wir würdigen die Hausaufgaben unserer Kinder, schauen ins Hausaufgabenheft und informieren uns, überprüfen die Vollständigkeit.

 Wir Kinder machen alle Hausaufgaben und geben uns dabei Mühe.
Wir passen gut auf, wenn Hausaufgaben in der Schule erklärt werden.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer sprechen mit Eltern und Kindern darüber, was wir als angemessene Hausaufgabe einschätzen.
Wir versuchen

- die Hausaufgaben der Unterrichtszeit anzupassen

- Aufgaben abwechslungsreich zu würdigen.

Wir bemühen uns, alle Hausaufgaben zu würdigen.
Wir akzeptieren, dass Kinder ihre Hausaufgaben nicht beenden, wenn ein Zeitlimit überschritten ist und Eltern eine entsprechende Mitteilung machen.

 

 

 Wir Eltern bemühen uns, unsere Kinder dazu zu erziehen, Konflikte durch Gespräche selbstständig zu lösen.

 Wir sind Vorbilder für unsere Kinder, indem wir respektvoll miteinander umgehen, Toleranz vorleben und eigene Fehler eingestehen.

 Wir Eltern klären Konflikte gewaltfrei und nehmen die Gefühle und Sorgen unserer Kinder

Wir zeigen unseren Kindern Grenzen auf und reagieren konsequent auf Grenzverletzungen.

 Wir mischen uns nicht ein, aber wir schauen auch nicht weg und wir vertrauen darauf, dass die Pädagogen sich um ungelöste Konflikte kümmern.

  Wir Kinder bemühen uns, Streit ohne Gewalt und ohne schlimme Wörter zu lösen.

Wir bemühen uns, andere nicht zu beleidigen, andere nicht zu ärgern oder jemand auszulachen.

 Wenn wir etwas falsch gemacht haben, dann klären wir das. Wir vertragen uns und sagen:„Es tut mir Leid“. Dabei geben wir uns die Hand.Wir nehmen ehrliche Entschuldigungen an und können verzeihen.

Wenn sich jemand nicht entschuldigt, kann man es ihm sagen und daran erinnern: „Entschuldige dich bitte!“

Wenn es nicht klappt, bitten wir Erwachsene um Hilfe.

 Wenn Kinder sich mit Gewalt streiten, schauen wir nicht weg.

Wir sagen: „Hört auf! Lasst das Streiten!“

Wir holen Hilfe von Erwachsenen und mischen uns nicht ein.

Wir haben Respekt vor den Halt zu Gewalt-Kindern: Stopp heißt stopp!

 Wir sind eine gewaltfreie Schule, wenn das klappt.

 Wir Pädagoginnen und Pädagogen geben Kindern Raum, Zeit und Möglichkeiten, Konflikte untereinander selbstständig zu lösen.

Wir helfen mit, dass Gewalt – auch verbale – eingedämmt wird. Wir verpflichten uns Gespräche mit Kindern zu führen und konkrete Vorschläge für Konfliktlösungen zu erarbeiten.

  • Hör auf, ich will das nicht!
  • Dann hol ich mir Hilfe!

 Wir helfen, Konflikte zu klären: Was ist passiert? Womit hat alles angefangen? Was hättest du anders machen können und es wäre nicht zur Gewalt gekommen?

 Wir helfen Kindern zu zeigen, wie man sich entschuldigt und wir unterstützen sie dabei, wenn es darum geht, etwas wieder gut zu machen.

 Wir bereiten Kinder im 3. und 4. Schuljahr in einer Arbeitsgemeinschaft auf die Schlichtung von Streitigkeiten vor und setzen sie als Streitschlichter ein. Halt! Keine Gewalt!

 Wir verpflichten uns, Gespräche mit Eltern zu führen, wenn Kinder mehrfach gewalttätig geworden sind.

 Bei Verdacht auf strafbare Handlungen (schwere Fälle von Bedrohung, schwere und gefährliche Körperverletzung) informieren wir sofort die Schulleitung. Die Schulleitung ist verpflichtet zu handeln. 

Wir Eltern interessieren uns für die Entwicklung unserer Kinder und versuchen, sie zur Selbstständigkeit und zu Selbstvertrauen zu erziehen, indem wir sie z. B.

- ihren Schulweg nach Möglichkeit selbst bewältige lassen

- loben und zur Anstrengung ermutigen.

Wir interessieren und für ihre Schulleitungen (unterschreiben z. B. Klassenarbeiten sofort) und suchen das Gespräch mit den Lehrern.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer bemühen uns, jedem Kind gegenüber fair zu sein. Wir nehmen Kinder ernst und vertrauen ihnen.
Wir versuchen, selbstentdeckendes Lernen durch freiere Formen (z.B. Schreibkonferenzen, Erzählkreise, Stationsarbeiten zu förden.
Uns ist immer bewusst, dass wir jedes Kind entsprechend seinen Begabungen und Fähigkeiten fördern müssen.

 

 

Wir Eltern unterstützen unsere Kinder dabei, selbst auf vollständige Arbeitsmaterialien und den sorgfältigen Umgang damit zu achten.
Wir helfen ihnen, ihr Arbeitsmaterial zu kontrollieren.

 Wir Kinder bemühen uns, Schuleigentum und eigene Sachen ordentlich zu behandeln.

 Wir Lehrerinnen und Lehrer helfen mit, dass der Tornister nicht zu schwer wird.
Wir helfen mit, dass Kinder sorgsam mit eigenem und fremden Material umgehen.

Wir Eltern nehmen Schule ernst und vermitteln dies auch unseren Kindern.
Wir verpflichten uns zur Zusammenarbeit mit der Schule, wir zeigen uns gesprächsbereit und nutzen als wichtiges Kommunikationsmittel das Mitteilungsheft.
Wir nehmen regelmäßig an den Elternabenden teil und entschuldigen uns, wenn wir verhindert sind.
Wir helfen mit, dass der Schulalltag gut funktioniert, indem wir z.B. unserem Kind Geld passend mit zur Schule geben.

 

Wir Lehrerinnen und Lehrer informieren bei Bedarf Eltern detailliert über Unterrichtsinhalte.

 

 

Wir Lehrerinnen und Lehrer bemühen uns, unseren Unterricht interessant und abwechslungsreich zu gestalten.
Die Kinder sollen beim Lernen Spaß haben,

- indem wir z. B. dem Spielen und spielerischen Lernen viel Raum geben

- mit den Kindern außerschulische Lernorte aufsuchen

- die musischen Fächer stärken

- Wettbewerbe und Vorführungen einplanen.