Schulen im Team - Unterricht gemeinsam entwickeln


Gemeinsam mit unseren beiden Nachbarschulen die Gesamtschule Walsum und die Fridtjof-Nansen-Realschule beteiligen wir uns seit 2008 an einem mehr als dreijährigem Projekt. Es geht darum durch einen regelmäßigen Austausch von Erfahrungen, durch gemeinsame Vereinbarungen und Fortbildungsmaßnahmen den Übergang von der Grundschule in die weiterführenden Schulen für unsere Schulkinder zu erleichtern. Vor allem wollen wir erreichen, dass weiterführende Schulen Kompetenzen von Kindern kennen lernen, um diese dann weiterzuentwickeln.

Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung selbstständigen Arbeitens und der Lesekompetenz der Kinder. Wir haben es deshalb SALVE genannt : S elbstständig A rbeiten - L esekompetenz VE rbessern.

Nach dem Austausch und gemeinsamen Lehrerfortbildungen in den Bereichen Lesekompetenzen fördern und kooperatives Lernen steht ab 2011 zunehmend die Sprachförderung der Fachsprachen in verschiedenen Fächern (zunächst in den Naturwissenschaften) auf der Tagesordnung.

Mit der Gesamtschule soll gemeinsam ein jährlicher Sprachentag veranstaltet werden.

 

 

Das Projekt wird finanziell großzügig von der Gerhard Mercator-Stiftung und fachlich durch das Institut für Schulentwicklung der Universität Dortmund unterstützt.

 

Genauere Informationen können Sie auf den folgenden Internetseiten entnehmen:

www.stiftung-mercator.de

site.ifs-dortmund.de

www.schulministerium.nrw.de

 

 

Die Netzwerkkodinatoren der drei Schulen tauschen sich regelmäßig aus. In einer gemeinsamen Lehrerfortbildung aller drei Schulen befassten wir uns mit dem Lesepaten- und Lesecoachingmodell. Hierzu wurden an allen drei Schulen unterstützt durch Lesekisten Erfahrungen gesammelt und in einer weiteren gemeinsamen Lehrerfortbildung ausgewertet.

Im Schuljahr 2008/2009 gab es zahlreiche Aktivitäten in Abstimmung bzw. gemeinsam mit den weiterführenden Schulen. Neben kulturellen Veranstaltungen (gegenseitige Einladungen zu Vorleseveranstaltungen) und den Fortbildungen wird über die Erfahrungen mit dem Lesepaten- und Lesecoachingprojekt ein Film gedreht und eine Broschüre veröffentlicht.

Das Projekt Schulen im Team hat überregional für Aufmerksamkeit gesorgt. Neben Veröffentlichungen des Institus für Schulentwicklung in Dortmund hat deren Leiter Wilfried Bos (gleichzeitig auch Leiter der deutschen IGLU-Studie) ein erstes positives Fazit der Kooperation zwischen Schulen unterschiedlicher Schulformen gezogen.

Um das Fazit von Wilfried Bos zu lesen, klicken Sie Startet den Datei-Downloadhier.

 

Ende August 2009 fand in der Stadthalle Walsum die Meilensteintagung im Projekt Schulen im Team statt. Etwa 200 Gäste aus Dortmund, Essen und Duisburg, Lehrkräfte, Schulleitungen und Vertreter der Schulämter und des Ministeriums. In insgesamt 8 Arbeitsforen informierten sich die Projektteilnehmer über den Stand der Netzwerkarbeiten.

Gemeinsam mit der Gesamtschule und der Realschule informierten Kollegen unserer Schule in Film, Schrift und Ton über das Lesepatenprojekt im vergangen Schuljahr. Auch in diesem Schuljahr unterstützen uns wieder viele Schüler der weiterführenden Schulen freiwillig und engagier. Sie stellen sich morgens vor dem allgemeinen Unterrichtsbeginn als Lesepaten für Grundschüler zur Verfügung.

Nachrichten aus dem Projekt "Schulen im Team" - teamletter 01/2010

Im aktuellen Newsletter der Stiftung Mecator, des Institutes für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen wird ausführlich über die Netzwerkarbeit berichtet, die unsere Schule seit drei Jahren mit der Fridtjof-Nansen-Ralschule und der Gesantschule Walsum leistet.

Das Institut für Schulentwicklungsforschung Dortmund bescheinigt in den begleitenden Untersuchungen sowohl die positiven Auswirkungen für die Kooperation zwischen den Lerherkollegien, die verbesserten Absprachen, der inhaltliche Austausch aber auch die tatsächlichen Lernfortschritte bei den Leseleistungen im letzten Grundschuljahr.

Diese positiven Rückmeldungen honorierte die Stiftung Mercator auch finanziell. Durch die Unterstützung war es uns möglich einen Raum in der Schule für das Lesepatenprojekt zu gestalten, einen Raum, in dem die Lesekisten, die von den Klassen genutzt werden, eine Heimat gefunden haben.

 

 

Gemeinsam Texte erschließen - Lehrer und Kinder probieren Formen des kooperativen Lernens aus

Die Rollen werden verteilt
1.Rolle: Der Text wird vorgelesen
2.Rolle: Der Zusammenfasser berichtet
3.Rolle: Nachfrager: Fragen zum Textabschnitt

 Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit . In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich. Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Besonders in Kanada haben Schulen mit solchen Lernformen gute Erfahrungen gemacht.

Wir haben uns im Rahmen einer Lehrerkonferenz an der eigenen Schule und gemeinsam mit der Fachkonferenz Deutsch der Gesamtschule Walsum mit dem reziproken Lesen beschäftigt. Es ist eine Form des kooperativen Lernens.

Die Schüler werden in Gruppen eingeteilt. Innerhalb der Gruppen erhalten die Schüler verschiedene Teilaufgaben, die sie bei der gemeinsamen Besprechung eines zunächst in Einzelarbeit gelesenen Textabschnitts übernehmen. So kann Schüler 1 einen gelesenen Textabschnitt zusammenfassen, Schüler 2 Fragen zum Text formulieren, Schüler 3 auf ungeklärte schwierige Worte oder Passagen achten und Schüler 4 stellt Vermutungen über den folgenden Abschnitt an.

In einem 4.Schuljahr hat eine Kollegin dieses reziproke Lesen als Unterrichtsmethode eingeführt und von ihren durchweg positiven Erfahrungen damit berichtet. Langfristig würde eine Vorbereitung durch das Erlernen der Methode an unserer Schule und ein Aufgreifen der Kompetenzen durch die Gesamtschule den Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe 1 deutlich erleichtern.

4.Rolle: Der Vermuter macht sich Gedanken
Es beginnt von vorn: Text vorlesen
Die Rollen wechseln im Uhrzeigersinn
Mehrere Sichtweisen bereichern!

Die Milch macht's! Unsere Gofex-AG zu Gast in der Gesamtschule

Im 2.Schulhalbjahr 2010/2011 experimentieren unsere Viert- und Drittklässler an unserer Schule in unserem eigenen kleinen Labor. Einmal in der Woche stehen naturwissenschaftliche Experimente, Vermutungen, Untersuchungen, Versuche und Erklärungen im Mittelpunkt. Es geht ums aktive Ausprobieren und das Sprechen über Erkenntnisse. Warum hat etwas nicht geklappt? Was muss man beim Versuch vielleicht ändern? Wieso ist das eigentlich so?

"Staunen ist die Krönung der Bildung". Goethes Ausspruch konnte man an den Kindergesichtern der Viertklässler aus der 4a ansehen, die von dem Abiturjahrgang der Gesamtschule Walsum eingeladen waren. Es ging um die Milch, deren Zusammensetzung, um Chemie und wissenschaftliche Entdeckungen.

Sowohl die Großen als auch die Kleinen hatten sichtlich Freude an dem ungewöhnlichen Miteinander. Wie schön, dass die Gesamtschule auch andere Klassen zu diesem Workshop eingeladen hat. Da kommen wir gerne hin, auch wenn es über die 6.Unterrichtsstunde hinausgeht.

 

Preisverleihung für erfolgreiches Teamwork!

Im Sommer 2011 entschied eine Jury aus Mitgliedern des Institutes für Schulentwicklungsforschung Dortmund, der Stiftung Mercator und aus Vertretern der Bildungsholding Duisburg und der Schulverwaltung Essen über die Vergabe von Preisen für erfolgreiche Projektarbeit im Schulen-im-Team-Projekt.

Vier Netzwerke (zwei aus Essen udn zwei aus Duisburg) wurden mit einem Preis geehrt, der die begonnene Arbeit weiter unterstützen soll.

Das Netzwerk, dem unsere Schule neben der Fridtjof-Nansen-Realschule und der Gesamtschule Walsum angehört, wurde mit dem Hauptpreis von isngesamt 25000 Euro bedacht.

In der Feierstunde am 12.12.2011 wurden in der Marcatorhalle Duisburg die Preise den beteiligten Schulen überreicht.

Die didaktische Leiterin der Gesamtschule Walsum, Frau Dr. Silke Krämer berichtete in einem ausführlicheren Presseartikel über das Projekt:

 

Duisburg-Walsum. „Die Schreib- und Lesefähigkeit der Schüler ist wesentlich besser geworden”, sagt Lehrerin Dr. Silke Krämer, die nach vier Jahren Lernen und Lehren mit dem Projekt „Schulen im Team” zurückblickt. „Die Schreib- und Lesefähigkeit der Schüler ist wesentlich besser geworden”, sagt Lehrerin Dr. Silke Krämer, die nach vier Jahren Lernen und Lehren mit dem Projekt „Schulen im Team” zurückblickt. Beim Projekt der Stiftung Mercator und dem Institut für Schulentwicklungsforschung in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung arbeiteten vier Walsumer Schulen in einem Netzwerk zusammen. An der Gemeinschaftsgrundschule Vennbruchstraße, der Fridtjof-Nansen Realschule und der Gesamtschule Walsum wurden dabei in den letzten vier Jahren verschiedene Methoden zur Sprachbildung erprobt. Drei etablierte Methoden wurden jetzt in der GGS Vennbruchstraße vorgestellt und stießen bei zahlreichen Gästen – darunter Lehrer anderer Duisburger Schulen – auf großes Interesse. „Das Konzept ist eigentlich recht simpel”, erklärt Krämer, „Der schwache Schüler lernt von dem Starken, was diesem wiederum hilfreich ist sein Wissen zu erweitern und seine Fähigkeiten zu verbessern. Getreu dem Motto: Gemeinsam sind wir schlauer.” Das Konzept ging auf und werde auch in Zukunft an den drei Walsumer Schulen verfolgt. Die Mittel haben sie jetzt dazu, denn auf Grund der guten Zusammenarbeit und des Erfolgs gewannen die drei Schulen 25.000 Euro bei dem zum Projekt „Schulen im Team” gehörigen Wettbewerb „Nachhaltigkeit”. So können die Schulen in Zukunft die Projekte und verschiedenen Methoden noch verbessern. Zu den erfolgreichen Lernmethoden gehören die Fachsprachtage, bei denen unter anderem gelernt wird, wie man Protokolle verfasst und bei denen reziprokes Lesen geübt wird, was bedeutet, dass man sinnentnehmendes Lesen lernt. „Reziprokes Lesen ist von entscheidender Bedeutung beim Lernen und in allen Bereichen – ganz gleich ob Mathe oder Deutsch – anwendbar”, erläutert Krämer. Wichtig sei jedoch, dass die Kinder gemeinsam arbeiten. So wurde das gezielte Lesen in den Klassen immer im Team geübt. Ein Kind las vor, ein anderes stellte Fragen dazu und ein weiteres beantwortete die Fragen. Die Kinder übten so das, was später jeder alleine und nur in seinem Kopf beherrschen sollte. Teamwork ist auch das Zauberwort bei dem sogenannten Leseprotokoll, das den verschiedenen Lehrern vorgeführt wurde. Die zehnjährige Jamie und ihre Klassenkameradin Celina führten dieses Konzept eindrucksvoll vor. Jamie las einen Text und Celina achtete auf eventuelle Leseschwächen. Bei einem Fehler musste Jamie den Satz so lange wiederholen, bis sie ihn einmal korrekt gelesen hatte: „Zu zweit zu lesen macht viel mehr Spaß”, sagt Jamie. Die 25.000 Euro Siegesprämie sind bereits verplant. In den verschiedenen Fächern will man an allen drei Schulen jetzt noch öfter Projekttage anbieten. Außerdem plant man, gelegentlich Wissenschaftler einzuladen. Quelle: NRZ