
Im Januar 2012 stand der Besuch der Salvatorkirche im Rahmen der Kulturtouren an. Viele Kinder erkannten Duisburgs bekannteste christliche Kirche gleich wieder. Schließlich waren eingie von ihnen bereits beim Besuch des stadthistorischen Museums aus die älteste Duisburger Kirche aufmerksam geworden.
Frau Küchler und eine weitere Mitarbeiterin von der Kirchengemeinde Salvator begrüßten die Kinder in der evangelischen Kirche. Danach ging es in einer abwechslungsreichen 90minütigen Entdeckungstour durch die Kirche um interessante Orte wie das Taufbecken, den Altar, die Kanzel, die herrlichen bunten Kirchenfenster und das kunstvolle Gewölbe der Kirche.
Die Kinder erfuhren, dass Duisburgs bekanntester Wissenschaftler, Gerhard Mercator in der Kirche beerdigt wurde. An ihn erinnert eine Gedenktafel mit seinem Lebenslauf in lateinischer Sprache.
In den Kirchenfenstern erkannten viele Kinder Geschichten aus der Bibel, die sich auch im Koran finden. Da ging es dann zum Beispiel um Abraham, der von Gott aufgefordert wurde, seinen Sohn zu opfern und dem ein Widder geschickt wurde. Nachdem Gott erkannte, dass Abraham ihm gehorchte, blieb der Sohn am Leben und jener Widder wurde geopfert. Die Geschichte findet sich auch im heiligen Buch der Muslime. Dort heißt Abraham Ibrahim.
Besonders beeindruckend waren die zwei Ruheminuten. Da legten sich alle Kinder mit ihren Kissen auf den Kirchenboden und schauten in das große Gewölbe. Mit der Zeit hatten die Kinder den Eindruck, die Decke müsste einstürzen. Aber sie hält seit über 500 Jahren, weil die Baumeister das gotische Gewölbe so geschickt gebaut haben.
Die Kirchturmspitze hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert. Im Mittelalter war es eine spitze Zipfelmütze. Aber bei einem Gewitter schlug der Blitz ein und die Kirchturmspitze brannte ab. Danach setzen die Duisburger eine kleine Kuppel als Spitze auf den Kirchturm. Eine zeitlang wurde die Kirche auch gar nicht mehr als Kirche genutzt, ja sie war sogar für eine kurze Zeit ein Pferdestall.
Aber die Duisburger wollten ihre alte Salvatorkirche wieder zurückhaben und um 1900 haben sie die Kirche noch einmal so hergerichtet wie sie ganz am Anfang war. Also auch wieder mit dem spitzen Kirchturm.
Im Krieg vor mehr als 65 Jahren wurde die Kirche dann von Bomben getroffen und die Kirchturmspitze brannte ein zweites Mal ab. Danach haben die Duisburger gar keine Spitze mehr auf den Kirchturm gesetzt. So erinnert die schönste Duisburger Kirche ohne Kirchturm auch daran, wie schrecklich Kriege sind und dass so etwas nie wieder geschehen darf.
Besonders gefiel den Kindern der Abschluss des Besuches. Mehrere Kinder durften etwas sagen und dabei eine Kerze anzünden und sie in einen Kerzenhalter an einem Lichterglobus am Ausgang stecken.
Frau Küchler zündete ihre Kerze an und erzählte, wie sehr sie sich gefreut hat, dass so viele Kinder aufmerksam und neugierig die Salvatorkirche betrachtet haben.
