Unterrichtsgänge und Erkundungen am Freitagnachmittag

Im Lied der Sesamstraße heißt es: "Wer nicht fragt, bleibt dumm!" Freitags nachmittags im Ganztag erkundet der Schulleiter mit interessierten Kindern den Stadtteil. Es gibt viel zu entdecken und Fragen haben die Kinder mehr als genug.

Interesante Lernorte sind der Driesenbusch mit Resten der alten Burg Loh, der alte Vierlindenhof, älteste Haus im Ortsteil, die Kirche St.Elisabeth, das evangelische Gemeindehaus, die islamische Moschee an der Römerstraße, der Friedhof in Alt-Walsum, natürlich die Zweigstellen der Bücherei am Franz-Lenze-Platz und am Kometenplatz.

Väter und Mütter unserer Schule haben interessante Berufe: Zahntechniker, Tierarzt, Tischler, Bäcker, Optiker, Metzger, Steinmetz, Modellbauer oder Buchhändler.

Es gibt soziale Einrichtungen im Stadtteil, an denen Kinder sonst achtlos vorbeigingen: die Altenheime, die Behinderteneinrichtungen. Und natürlich solche, die die Kinder noch von früher kennen: der eigene Kindergarten, die Kindergärten der Freunde.

Solche Orte suchen wir immer mal wieder am Freitag nachmittag auf und versuchen auf Fragen der Kinder Antworten zu finden.

Krokusblüte hinter der Schule

Der Frühling steht vor der Tür. Auch wenn es oft noch trübe am Himmel aussieht und es vor allem nachts kalt sein kann, die ersten Frühlingsboten kann man schon entdecken. Zehn Ganztagskinder suchten Mitte Februar 2016 beim Spaziergang durch Vierlinden Schneeglöckchen, Narzissen und Krokusse.

Vor allem die kleine Krokuswiese hinter der Schule an der Oswaldstraße leuchtete wunderschön in der Sonne. Da mussten die Kinder einfach vorsichtig über die zarten Blüten streichen. 

Beim Ausgraben eines Schneeglöckchens stellten sie fest, wie tief in der Erde die Blumenzwiebel mit ihren kräftigen Wurzeln sitzt.

So schön ist der Herbst

Was meinen eigentlich die Leute, wenn sie vom goldenen Oktober sprechen? Beim Spaziergang durch Vierlinden sammelten die 15 Ganztagskinder, die mit Herrn Steuwer unterwegs waren, ihre schönsten Herbstblätter und konnten spüren, warum er golden ist, unser Oktober.

Nebenbei durften die Kinder wie im Märchen von Goldmarie die Blätter auf sich herunterregnen lassen.

Auf der Suche nach Haus Loh

Viele Kinder kennen die Lohstraße, den Driesenbusch und alle den Namen der eigenen Schule. Aber warum heißt unsere Schule Vennbruchschule und woher kommen die Namen Lohstraße, Am Driesenbusch usw.

Beim Spaziergang am Freitagnachmittag Mitte September 2015 erfuhren die Kinder, dass die Wörter Venn und Bruch alte Ausdrücke für sumpfiges Gebiet sind. Vor mehr als 100 Jahren war das Vennbruch eine nasse, matschige Wiese auf der keine Häuser stehen konnten.

Erst als man das Gebiet trockenlegte zum Beispiel durch durch das Ziehen von Gräben konnten Häuser, die Kirche und die Schule gebaut werden. Noch vor 80 Jahren floss hinter der Schule deshalb ein kleiner Bach bis in den Driesenbusch hinein: der Brusbach. Hier badeten die Kinder und lernten schwimmen und mit Phantasie kann man sich den Bach hinter dem Schulhaus vorstellen, denn dort ist es noch heute tiefer als u dem Schulhof.

Der Driesenbusch war und ist ein kleiner Wald. Dazu sagt man auch Busch. Er gehörte vor ganz langer Zeit einem Mann namens Dries. Da sagten die Menschen: Das ist Dries- sein - Busch.

Mitten im Diresenbusch stand im späten Mittelalter ein kleines befestigtes Gut. Es hatte wie eine Ritterburg ein Graben um das Gutshaus als Schutz vor Räubern. Über den Graben führte eine kleine Steinbrücke. Es war das Haus Loh, das vor gut 100 Jahren abbrannte. 

Die Kinder konnten das Bachbett vom Brusbach noch gut erkennen und auch die Stelle an der Haus Loh stand und eine kleine Steinbrücke über den Bach führte.

Da seid ihr noch nie gewesen - Rundgang durch die Schule

Sehr gespannt waren die etwa 20 Ganztagskinder als Herr Steuwer ihnen Orte im Schulhaus zeigt, wo sie eigentlich nie hinkommen. Ja wo es sogar verboten ist, ohne Erlaubnis eines Erwachsenen zu sein. AUf einer Erkundungsreise durch die Schule ging es in den Unterkeller, der im 2.Weltkrieg im Ortsteil Vierlinden Zuflucht vieler Menschen war. Es ging in den Heizungskeller, in die Materialräume des Hausmeisters, dorthin wo die Putzfrauen eine Pause machen und auf den Dachboden.

Aus dem Dachfenster konnten die Kinder auf den Schulhof, die Kirche, die Schrebergärten aus der Vogelperspektive schauen.

Ein bisschen unheimlich war es auch: Gibt es hier Mäuse? Warum liegt da ein alter Lappen? Hier gibt es so viele Spinnweben und ganz viel Staub auf dem Boden. Aber niemand hat sich durch Ängste abhalten lassen. Auch die Erstklässler wollten gerne die verborgenen Orte der Schule sehen.

Im Zahnlabor von Herrn Coban

Am 17.Oktober 2008 besuchten wir das Zahnlabor von Herrn Coban auf der Friedrich-Engels-Straße in Marxloh. Die Kinder durften selber Zahnbrücken und Zahnersatz glatt fräsen, mit Kunststoffmasse kleine Zähne formen. Die Zähne werden durch Rotlicht fest gemacht. Die Kinder erfuhren durch ihre Fragen, dass man die Zähne auch bunt machen könnte, dass man das Gebiss am besten in klarem Wasser über die Nacht sauber hält, dass man mit Zahnstangen die Zähne wieder gerade stellen kann und und und...

Herr Coban war sehr nett und jedes Kind durfte zur Erinnerung einen aus Giopsmasse geformten, großen Backenzahn mitnehmen. Spannend war's im Zahnlabor und Spaß hat der Besuch auch gemacht.

Besuch im Altersheim Rudolfstraße

Mitte November waren 12 Ganztagskinder zu Besuch im Altersheim. Die Kinder waren neugierig und überhäuften die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fragen:

"Wohnen die alten Leute hier?" "Wohnen die Mitarbeiter auch im Altersheim?" "Wie alt muss man sein damit man ins Altersheim kommt?"

Aber die Kinder brachten auch eigene Erfahrungen ein: "Mein Opa ist auch im Altersheim." "Meine Mama arbeitet in der Tagespflege."

Die Kinder freuten sich darauf, gemeinsam mit den älteren Menschen alte Spiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen. Sie durften mit dem Altenpfleger Ballgymnastik am Tisch machen, natürlich auch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Altersheims.

Nach einer Stärkung mit Saft und Plätzchen sangen die Kinder zum Abschluss Martinslieder. Die anderen Ganztagskinder fragten nach dem Bericht der Mitschüler: "Und wann gehen wir wieder ins Altersheim?"

In einer Modellbauwerkstatt

Im Januar 2009 besuchten 15 Ganztagskinder eine Modellbauwerkstatt in Vierlinden. Bei Modellen haben die Kinder an kleine Schiffs-, Flugzeug oder Automodelle gedacht - der Schulleiter auch.

In dieser Modellbauwerkstatt werden aber nach genauen Plänen Modelle für Windkrafträder oder große Schiffsmotoren gebaut. Die Modelle werden aus Holz hergestellt und später mit Sand gefüllt. Damit der Sand nicht am Holz festklebt, wird das Holz mir einer dünnen Antihaftschicht bestrichen.

Die Kinder aus den 1. bis 4.Schuljahren waren sehr neugierig und aufmerksam. Das Windradmodell wird für ein Windrad mit 60 Meter Flügellänge gebaut.

Die Kinder durften bei der Arbeit an den Maschinen zusehen. Sie lernten eine Bandsäge, eine Stich- und Kreissäge kennen. Sie erfuhren, was eine Holzfräse macht und beobachteten wie Staub und Sägemehl durch eine Absauganlage verschwinden.

Bevor es am Freitagnachmittag zur Abschlussrunde der Ganztagskinder ging, gab es Limonade, Mohrenköpfe  und ein Stück Birkenholz - frisch von der Bandsäge geschnitten.

 

Frühling im Schrebergarten

Ende März 2009 schien am Freitagnachmittag endlich mal die Sonne. Grund genug mit einer Gruppe von Ganztagskindern durch die Schrebergartensiedlung hinter der Schule zu gehen und nach Frühblühern zu suchen. Die Kinder wurden fündig: Krokusse, Hayzinthen, Osterglocken und Primeln blühten farbenprächtig.

Nach der kleinen Entdeckungsreise ging's auf den Spielplatz am Franz-Lenze-Platz. Zeit zum Toben und den Frühling genießen!

Grabsteine erzählen eine Geschichte

Die Sonne schien am letzten Januarfreitag 2011 als etwa 20 Kinder mit Herrn Steuwer den langen Spaziergang zum Walsumer Friedhof in Alt-Walsum unternahmen. Schon auf dem Weg gab es einiges zu entdecken. In einem Geschäft werden Urnen verkauft, beim Steinmetz kann man sich einen schönen Stein für das Grab aussuchen und sagen, was auf dem Grabstein stehen soll.

Einige Kinder waren noch nie auf einem Friedhof, andere Kinder konnten sich erinnern, wie das war als der eigene Großvater gestorben ist. Zunächst einmal mussten die Kinder die Friedhofsordnung kennen lernen. Die war sogar für ganz kleine Kinder verständlich auf dem Eingangsschild aufgemalt.

Gleich das erste Grab erzählte eine interessante Geschichte. Der Verstorbene war ein Chinese. Die Grabinschrift konnte man also gar nicht lesen. Wenn man genauer hinsah, dass fand man aber doch den Namen des Verstorbenen, seiner Geburtstag und seinen Todestag. Auf dem großen Grabstein war auch der Name einer Frau eingraviert, aber nur ihr Geburtsdatum. Vielleicht wird sie einmal nach ihrem Tod neben dem geliebten Verstorbenen begraben.

Beim Spaziergang auf dem Friedhof fanden wir ein Urnenfeld. Die Gräber brauchen dort weniger Platz. Wir fanden Gräber, wo nur ein Mensch begraben liegt oder eine ganze Familie. Auf manchen Gräbern lagen frische Blumen oder es brannten Kerzen. Manchmal kamen Menschen, um das Grab sauber zu machen oder um sich einen kurzen Moment an den Verstorbenen zu erinnern.

Auf dem Rückweg zur Schule entdeckten wir dann ein ersten Vorboten des Frühlings. Ein Krokus hatte in der Sonne seine Blüte geöffnet.