Vorwort
Liebe Eltern,
seit dem Jahr 2003 ist unsere Schule eine offene Ganztagsschule.
Für alle an der Schule Beschäftigten bedeutet dies eine zusätzliche Herausforderung, verantwortungsvolle und engagierte Arbeit für Ihre Kinder.
Die Erfahrungen in den ersten Jahren Ganztagsschule haben uns Mut gemacht, diese Mühen auf uns zu nehmen, weil wir Chancen für eine bessere Entwicklung der Grundschulkinder in unserem Stadtteil sehen.
Kinder können durch das zusätzliche Ganztagsangebot neue Fähigkeiten entdecken, ihren Interessen nachgehen, Freunde kennen lernen, Sport treiben, Musik machen, Theater spielen und Schule noch viel mehr als ein Haus des Lernens und Zusammenlebens erfahren.
In diesem kleinen Heftchen habe ich versucht, alles Wissenswertes für Eltern von Ganztagskindern an unserer Schule zusammenzustellen. Es geht auf den folgenden Seiten über das Schulprogramm unserer Schule hinaus ausschließlich um Fragen, die mit dem zusätzlichen Angebot zusammenhängen, das Ganztagskindern an unserer Schule geboten wird.
Ich würde mich freuen, wenn Sie sich gut informiert fühlen. Selbstverständlich sind Klassenlehrerinnen, Betreuerinnen, die Standortbetreuerin unseres Kooperationspartners Aktion und Kultur mit Kindern (Akki) e.V. Frau Lendzian und ich persönlich gerne bereit mit Ihnen zu sprechen, wenn Sie weitergehende Fragen haben.
Freude, Freunde und neue Anregungen im zusätzlichen Ganztagsangebot wünscht Ihren Kindern
Ihr
P. Steuwer, Schulleiter
Was ist eine offene Ganztagsschule?

- Weitere Infos zum offenen Ganztag
Deutschland ist eines der wenigen Länder in Europa, wo Kinder fast ausschließlich vormittags zur Schule gehen. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es vor allem für Grundschulkinder kaum Ganztagsschulen.
Bei internationalen Vergleichen schneiden deutsche Schulkinder unterschiedlich ab. Die Großen (15jährigen) laut PISA-Studie eher mangelhaft, die jüngeren Grundschulkinder laut IGLU-Studie eher gut bis befriedigend.
Im Vergleich zu Kindern anderer Länder steht aber vor allen unseren Kleinsten vergleichsweise wenig Zeit zur Verfügung um in der Schule gemeinsam zu spielen und zu lernen.
Gerade in den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Kinder längere Zeit in der Schule verbringen, dort lernen, zu Mittag essen, ihre Hausaufgaben erledigen oder gemeinsam spielen.
Durch die längere Zeit kommen vor allem die Lernbereiche zum Tragen, die ganz wesentlich mithelfen kreative Fähigkeiten der Kinder mehr zur Entfaltung zu bringen. In dem herkömmlichen Stundenplan, der auf einen Vormittag zusammengepresst wird, kommen Fächer wie Musik, Sport oder Kunst oft etwas zu kurz.
Die Bundesregierung versucht in Zusammenarbeit mit den Bundesländern in einem Vierjahresprogramm möglichst viele Grundschulen zu ermutigen, den Antrag auf Umwandlung in eine offene Ganztagsschule zu stellen. Hierfür stehen trotz knapper Kassen Gelder für den Aus- und Umbau, für die Ausstattung der Schulen und für das zusätzliche Personal zur Verfügung.
Die Eltern werden aber nicht gezwungen, Ihr Kind den ganzen Tag in die Schule zu schicken. Das zusätzliche Angebot ist freiwillig. Die Schule ist von 7.45 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet. In dieser Zeit finden Unterricht, Betreuung, Hausaufgabenhilfe und ein qualitativ gutes Nachmittagsangebot mit dem Schwerpunkt auf Kunst, Musik, Kultur sowie Sport statt. Wie oft Ihr Kind das Angebot wahrnimmt, entscheiden die Eltern. Sie können sich also entscheiden, nur an bestimmten Tagen das Angebot oder nur bestimmte Teile des Angebots wahrzunehmen.
Kinder, die nahe an der Schule wohnen, können auch nach dem Unterricht nach Hause gehen und zum Nachmittagsangebot um 14.00 Uhr wieder kommen.
Die Entscheidung, ob Ihr Kind am Ganztag teilnehmen soll, können Sie jedes Jahr wieder neu treffen. Eine Abmeldung im laufenden Schuljahr ist allerdings nur bei zwingenden Gründen möglich (z.B. Umzug).
Welche Vorteile bietet die offene Ganztagsschule?
Das Projekt "Offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen"
- soll den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule durch zusätzliche Fördermaßnahmen vertiefen,
- soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.
- Vor allem aber soll das Projekt durch ein Mehr an Bildungsqualität ein höheres Maß an Chancengleichheit für eher benachteiligte Kinder ermöglichen.

- Vorteile der Ganztagsschule
Wir müssen und wollen deshalb die Kinder im Laufe ihrer Grundschulzeit diese fehlenden gemeinsamen Erfahrungen machen lassen. Unsere Schule soll zu einem Ort werden, in dem nicht nur gelernt wird, sondern der auch ein sozialer Raum wird : ein Haus für Kinder. Schule ist für uns mehr als Wissen zu vermitteln. Es kommt nicht nur der Kopf zur Schule, sondern ein Kind mit seiner ganzen Persönlichkeit. Gerade zu Beginn steht das Entwickeln und Einüben von Regeln des Zusammenlebens und Zusammenlernens im Mittelpunkt.
Unsere Schulkinder sollen erfahren, dass sie willkommen sind und wir uns gerne um sie kümmern. Sie sollen lernen, dass in einer Gemeinschaft aufeinander Rücksicht genommen werden muss, dass man sich gegenseitig helfen und unterstützen soll.
Wir sagen ihnen aber auch deutlich, was nicht erlaubt ist (schwächere Kinder zu hänseln, sich über andere lustig machen, sich zu prügeln, anderen Kindern Angst machen).
Welche Schwerpunkte hat unsere Ganztagsschule?
Wesentliche Ziele unseres Ganztagskonzeptes sind:
- Verschiedene pädagogische Kompetenzen sollen unter dem Dach der Schule gebündelt werden, um damit die Schule zu einem Lebensraum zu machen, der den Namen Haus des Lernens als Zentrum im Ortsteil wirklich verdient.
- Das Angebot soll qualitativ durch Kooperation aller an der Schule tätigen Personen eine Bereicherung des gesamten Schullebens bedeuten, einschließlich positiver Auswirkungen auf den Unterricht des Schulvormittags.
- Das Angebot soll Kindern vor allem Erfahrungen in den künstlerisch-musischen Lernbereichen ermöglichen, die unseren Schulkindern in Vierlinden sonst fremd blieben. Es soll Kindern ermöglichen, die Kultureinrichtungen ihrer Heimatstadt kennen zu lernen.
- Das Ganztagsangebot soll so offen organisiert sein, dass es auf die individuellen Bedürfnisse von Kindern und Eltern eingeht. Es soll möglich sein, je nach Interesse und Belastbarkeit des Kindes nur die gewünschten Elemente des Ganztages zu belegen.
- Das Ganztagsangebot soll so verlässlich sein, dass Eltern ihr Kind zwischen 7.30 Uhr und 16.00 Uhr gut in der Schule aufgehoben wissen. Gut aufgehoben wissen bedeutet, die Kinder erhalten sowohl vielfältige Anregungen und Förderung, haben aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und eigene Freiräume zu nutzen.
- Schule mit seinem im Unterricht oft auf Übung, lehrgangsmäßigen Charakter angelegten Unterricht, lässt allein aus Zeitgründen noch zu wenig Luft für offenes und entdeckendes Lernen. Das nachmittägliche Angebot soll diese zu stark betonte Komponente ausgleichen, gleichzeitig aber ermöglichen, dass Anregungen in den Unterrichtsvormittag einfließen. Es ist ausdrücklich beabsichtigt, Impulse durch den Austausch mit anderem Fachpersonal (Kunstpädagogen und Sportübungsleiter) in den Sprach- Sach-, Mathematik-, Kunst- oder Musikunterricht einfließen zu lassen. Vor allem der andere Blickwinkel von Personen, die mit Kindern arbeiten, kann zum Nutzen aller werden, wenn an einem gegenseitigen Austausch Interesse besteht. Jeder bringt aus seinem Tätigkeitsfeld spezifische Erfahrungen mit.
- Projekt- und fächerübergreifendes Lernen gewinnt einen höheren Stellenwert. Es bereichert und vertieft das Gelernte. Kinder müssen die Erfahrung machen, warum sie etwas lernen. Geometriekenntnisse sind beim Bühnenbau wichtig, so wie Lesen und Schreiben Voraussetzung für das Lernen von Texten, die Kenntnis der Noten hilfreich beim Einstudieren der Lieder sind. Gerade anwendungsorientiertes Lernen kommt in deutschen Schulen deutlich zu kurz.
- Das gemeinsame Spielen und Entdecken mit Kindern aus verschiedenen Klassen und verschiedenen Altersstufen trägt zu einem besseren Miteinander und gegenseitigem Kennen lernen bei. So kann die Schulgemeinde zusammenwachsen und besteht nicht nur aus einer Ansammlung verschiedener Klassen.


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