Unsere Schule am Übergang der Jahrtausendwende

Auf diesem Foto sieht man die Fußballmannschaft, die 1965 im Endspiel um die Stadtmeisterschaft knapp verlor.
Auf diesem Foto sieht man die Fußballmannschaft, die 1965 im Endspiel um die Stadtmeisterschaft knapp verlor.

Mit dem Ende der 90er Jahre des letzten Jahrtausends kommen auf die Grundschulen große Herausforderungen zu. Mehr und mehr werden von außen Forderungen an Schule herangetragen. Schule soll selbstständiger werden, Schule soll sich viel stärker dem Wettbewerb mit anderen Schulen und mit anderen Nachbarländern stellen.

 

Vieles an unserer Schule was sich bewährt hat, versucht die Schulgemeinde zu erhalten. Was an Neuem gefordert wird, wird versucht mit Bewährtem zu verschmelzen statt es zu ersetzen.

 

Ich könnte eine Menge an Aktivitäten der letzten Jahre auflisten und damit diese ganze Seite füllen von der morgendlichen Sprachförderung, den Kontakt zu einer holländischen Grundschulen, den vergangenen drei großen Schulfesten (Spielefest, der 70. Geburtstag der Schule, das Herbstfest), die zahlreichen Baumaßnahmen, die Umgestaltung der Schule zu einem farbenfroheren Haus des Kindes, die Einrichtung einer Bücherei, eines Computerraumes, die Neugestaltung der Küche, der verbesserte Kontakt zu den Kindergärten, die erhebliche Ausweitung der Elternarbeit, das Ringen um gemeinsame Erziehungsvereinbarungen von Lehrern, Eltern und Kindern und und und.

 

 

 

Ob es uns gelungen ist oder gelingen wird, gute Tradition zu bewahren und sinnvolles Neues zu bauen, zeigt sich immer erst im Abstand vieler Jahre.

 

 

 

Unsere Schule ist eine offene Ganztagsschule

In der Schulküche und im neu ausgebauten Mensaraum bekommen die Kinder ein warmes Mittagessen
In der Schulküche und im neu ausgebauten Mensaraum bekommen die Kinder ein warmes Mittagessen

Unsere Schule ist seit zwei Jahren eine offene Ganztagsschule. Wir arbeiten mit dem Düsseldorfer Verein Aktion Kind und Kultur e.V. (AKKI) zusammen. Kinder können täglich bis 16.00 Uhr in der Schule neben dem Unterricht spielen, ihre Hausaufgaben erledigen, zu Mittag essen, ihre Freizeit verbringen und aus den Projektangeboten vom Malen, Theater spielen, Tanzen, Jonglieren bis hin zum Werken oder Filmen wählen. Zu den 15 Lehrerinnen ist eine Vielzahl von Betreuerinnen, Erzieherinnen und Künstlerinnen und Künstlern als Personal in die Schule dazugekommen. Aus 15 Personen, die mit Kindern an unserer Schule arbeiten, wurden 30.

 

Spiel und Spaß im Ganztag
Spiel und Spaß im Ganztag

Der anerkannte Professor Thomas Rauschenbach von der Universität München hat zur Ganztagsschule in einem Vortrag nach einem Jahr erster Erfahrungen in Deutschland vor vielen Fachleuten Folgendes gesagt:

 

Das Projekt Ganztagsschule ist, davon bin ich überzeugt, der folgenreichste Eingriff in das System Schule in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Vielleicht wird dies erst aus der Distanz und im Nachhinein sichtbar werden. Ich kenne jedenfalls kein ähnlich gelagertes Unterfangen, das die Lern- und Lebenswelten aller beteiligten Akteure, der Kinder und ihrer Familien, der Lehrkräfte sowie des nicht-unterrichtenden Personals - so nachhaltig verändert, wie dies mittelfristig beim Projekt Ganztagsschule der Fall sein dürfte. Und ich kenne kein pädagogisches Projekt, das so ambitioniert ist, dass es fast alle zur Verfügung stehenden pädagogischen Instanzen für das Kindes- und Jugendalter mobilisiert - vom Kindergarten über die Schule bis zur Jugendarbeit (...).

Familien, ergänzt um die real existierende Halbtagsschule, reichen als Orte des Aufwachsens, des Lernens und der Bildung nicht mehr aus, um den Anforderungen an Bildung, Betreuung und Erziehung des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden."

 

Das hört sich sehr theoretisch an. Wer mit Kindern arbeitet, muss aber zuallererst Praktiker sein.

 

Kinder heißen die Landesbildungsministerin Ute Schäfer und die Bundesministerin Edelgard Bulmahn an unserer Schule willkommen
Kinder heißen die Landesbildungsministerin Ute Schäfer und die Bundesministerin Edelgard Bulmahn an unserer Schule willkommen

Ob es uns wirklich gelingt, Schule zu einem Lebensraum für Kinder zu machen, in dem gerne und gut gelernt wird, in dem Freizeit verbracht wird und in dem Pädagogen wie Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Sozialpädagogen Hand in Hand arbeiten und Eltern ihre Kinder nicht nur gut versorgt wissen, sondern selber noch dazu beitragen, indem sie sich für Schule interessieren und aktiv mithelfen, liegt nicht nur in unserer Hand.

Aber ist dies ein Grund, sich nicht auf den Weg zu machen?